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Informationsveranstaltung im Hartl am 27. Oktober 2010

29.10.10 Bürgermeister Dieter Gewies aus Furth bei Landshut, Martin Wölzmüller, der Geschäftsführer des Bayerischen Landesvereins für Heimatpflege, und der Einzelhandelsberater Wolfgang Gröll informierten über die Chancen und Möglichkeiten für das Ortszentrum durch die bereits beantragte Dorfentwicklung und die Risiken und Auswirkungen eines Supermarktes am Ortsrand auf die Entwicklung der Ortsmitte.

Rund 120 Bürger waren der Einladung der IG-Dorfentwicklung (IG) zur Informations- und Diskussionsveranstaltung zum Bürgerbegehren gefolgt.
Aus Sicht der IG wird der 21. November, an dem die Bürger der Gemeinde Türkenfeld zur Abstimmung in zwei Bürgerentscheiden gebeten werden, zum Richtungsentscheidung für Türkenfeld. Die Ansiedlung eines Edekamarktes in der geplanten Größe führt, zu einem gnadenlosen Verdrängungswettbewerb. Gefährdet sind die Einzelhändler im Ortskern, sowie der kleinere Supermarkt im bestehenden Gewerbegebiet. Dies führt zur Verödung der Dorfmitte.Diese Ansicht teilten auch die drei Referenten, die der Einladung der IG folgten und mit den interessierten Bürgern eine rege Diskussion führten.

Der Türkenfelder Bürgermeisters Pius Keller war der persönlichen Einladung der IG nicht gefolgt. Eine Besucherin kritisierte, dass Rathaus-Chef Pius Keller dem Treffen ferngeblieben war: "Es geht nicht, dass bei solchen Gelegenheiten der Bürgermeister nicht dabei ist." Keller rechtfertigte sein Fernbleiben gegenüber dem Tagblatt: "Ich bin absichtlich nicht hin. ..." (Vollständige Aussage siehe Artikel im Tagblatt).

Aber ganz ohne Bürgermeister musste die Veranstaltung nun doch nicht stattfinden.
Dem Bürgermeister von Furth bei Landshut, Hr. Dieter Gewies, war der Weg nach Türkenfeld nicht zu weit. Er zeigte auf, wie es in seinem Heimatdorf seit 14 Jahren gelingt, die Ortsentwicklung im Inneren voranzubringen, statt im Aussenbereich Gewerbehallen zu errichten. "Aus Erfahrung sage ich Euch, Außen- und Innenentwicklung gleichzeitig klappt nicht." Er kritisierte die Vorgehensweise der Gemeinderäte und des Bürgermeisters, die Entwicklung des eigenen Dorfes einem Investor von außen zu überlassen: „ Dies ist Aufgabe der Gemeinde“. Er erklärte weiter, dass Gemeinderat und Bürgermeister ausarbeiten müssen, welche Schwerpunkte in einer Ortsentwicklung gesetzt werden müssen, so standen in Furth neben Bildung und Kultur, auch das betreute Wohnen ganz oben auf der Liste. In Furth wurden 8 Einkaufsmöglichkeiten geschaffen, 2 weitere sind bereits in Planung.  Informationen zur Gemeinde Furth finden Sie hier: Seite seiner Gemeinde . Warum sollte eine ähnliche Vorgehensweise und Entwicklung in Türkenfeld nicht möglich sein? Herr Gewies, von hier nochmals herzlichsten Dank für Ihr Kommen zu unserer Veranstaltung!

Einzelhandelsberater Wolfgang Gröll zeigte anschaulich auf, dass die Kraufkraft in Türkenfeld mit Einzugsgebiet nicht für zwei Supermärkte im gleichen Preissegment ausreicht. Herr Gröll wies auch auf den demographischen Wandel in der Bevölkerung hin und warnte eindringlich, die Nahversorgung im Ort aufrecht zu erhalten und zu erweitern. Martin Wölzmüller berichtete von seinem Erstaunen über die extrem aggressive Edeka-Werbeaktion. Er verglich diese mit einer Brautschau. Der Bräutigam (Edeka) umwirbt die Braut (Türkenfeld), wobei es in erster Linie wohl um die Mitgift und den Unterhalt geht. Im Anschluss an die Vorträge fand ein reger und freundlicher Meinungsaustausch zwischen Befürwortern einer Supermarktansiedlung neben der Schule, sowie Gegnern des geplanten Gewerbegebietes statt. Gemeinderat Robert Müller (Dorfgemeinschaft) wies auf die bauplanerischen Möglichkeiten durch die Gemeinde hin, um die nötigen Anreize zu schaffen, die für eine Innenentwicklung nötig sind.

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